Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg

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Europaprojekte in der Berufsschule

Am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten als Berufsschülerin oder Berufsschüler ein Praktikum im Ausland zu machen:

Möglichkeit 1:

Unsere Berufsschüler(innen) fahren mit einer „handwerksnahen“ Organisation, die eine Gruppenreise anbietet. Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung wird alles Weitere (Reiseplanung, Unterbringung vor Ort, Verpflegung, Vermittlung in einen Betrieb) vom jeweiligen Anbieter übernommen. Generell  erwarten wir einen kleinen Eigenanteil zur Finanzierung des Auslandaufenthalts, je nach Dauer und Zielort liegt dieser Betrag zwischen 150 und 450 Euro. Meistens bekommt man allerdings einen Teil des Geldes aber vor Ort für Verpflegung wieder ausgezahlt.

Anbieter: Haushaltsbund Sachsen-Anhalt

Ziele: Nordirland (Dungannon), Norwegen (Oslo und Umgebung)

Zeit: 3 Wochen jeweils im Herbst und im Frühjahr, Ansprechpartnerin: Jacqueline Sell

Anbieter: Handwerkskammer Münster

Ziel: Norwegen (Oslo und Umgebung)

Zeit: 3 Wochen im Herbst, Ansprechpartnerinnen: Frau Urfell, Frau Münstermann

Anbieter: Für Azubis, deren Betrieb Mitglied der Kreishandwerkerschaft Coesfeld ist

Ziel: UK (Lincoln)

Zeit: 3 Wochen im Herbst

Anbieter: Für alle Holztechniker Handwerkskammer Münster

Ziel: Frankreich

Zeit: 3 Wochen im Herbst, Ansprechpartnerinnen: Frau Urfell, Frau Münstermann

Anbieter: Bezirksregierung Münster, für alle Berufschüler(innen) und Vollzeitschüler(innen) mit beruflichem Schwerpunkt

Ziel: verschiedene europäische Länder (u.a. Ungarn, Niederlande, Irland, Großbritannien, Spanien)

Zeit: 4 Wochen, davon 2 über die Osterferien

Ansprechpartner. Frau Semmelmann, Herr Lawerino

Möglichkeit 2:

Auch eine Einzelförderung über die Landeshauptgeschäftstelle des Handwerks in Düsseldorf (LHG) in Zusammenarbeit mit dem deutschen Handwerkskammertag ist möglich. Der Schüler oder die Schülerin bewirbt sich um ein Einzelstipendium und bekommt dann je nach Zielland und Dauer des Aufenthaltes einen Pauschalbetrag ausgezahlt, mit dem alle entstehenden Kosten zu decken sind. Der Bewerber oder die Bewerberin sucht sich eigenständig einen Praktikumsplatz und klärt alle organisatorischen Fragen selbst. Ansprechpartner beim LHG ist Frau Gasche.

Zusatzqualifikation!

Pro Jahr fahren derzeit im Schnitt 13 Schüler(innen) mit Ausbildungsberufen von der Friseurin über den Kraftfahrzeugmechatroniker bis hin zum Tischler ins Ausland

Auf jeden Fall in einen Praktikumsplatz vermittelt werden die Auszubildenden im Handwerk, die die seit Februar 2009 angebotene Möglichkeit in Anspruch nehmen, durch Abendunterricht am Richard-von-Weizsäcker Berufskolleg in Lüdinghausen ihr Wissen über Europa auszubauen, angemessenes Verhalten im Ausland zu trainieren, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und das europäische Waren- und Wirtschaftsrecht kennen zu lernen. Nach dreiwöchigem Auslandspraktikum, Fremdsprachen-Zertifikat (KMK auf Niveau A2), erfolgreicher Gesellenprüfung und einer Zusatzprüfung vor der Handwerkskammer erwerben sie den staatlich anerkannten Abschluss "Europaassistent/in im Handwerk".

 

Erfahrungsberichte unserer Berufsschüler

Daniel Bohn: Meine Auslandserfahrung in Norwegen (März 2007)

Im März 2007 habe ich an einem 3 wöchigen Lehrlingsaustausch (organisiert von der Handwerkskammer Münster) teilgenommen. In Alesund waren wir in den Partnerfamilien untergebracht.

Norwegen ist nicht nur ein anderes Land, sondern dort herrscht auch eine ganz andere Mentalität. Die Verständigung auf Englisch war kein Problem, da nach meiner Einschätzung ca. 80 % der Norweger fließend englisch sprechen.  Dass es eines der reichsten Länder Europas ist, merkt man den Menschen an, da sie viel zufriedener sind. Immerhin sind die Steuern wesentlich niedriger als z.B. in Deutschland. Außerdem bekommt jeder Arbeit angeboten, der arbeiten will. Das habe ich daran gemerkt, dass fast jeder meiner Austauschkollegen ein Jobangebot für die Zeit nach der Ausbildung bekam. Ich werde dieses Angebot wahrscheinlich  annehmen, zumindest für ein paar Monate. Durch die niedrige Arbeitslosenquote in Norwegen ist auch der „Druck“ in den einzelnen Betrieben wesentlich geringer als in Deutschland. Alleine in dem Bezirk, in dem ich gearbeitet habe, wurden über 100 Kfz- Mechaniker gesucht. Die Leute wurden auch ganz anders für die Arbeit motiviert, als ich es in meiner Ausbildung in Deutschland erlebt habe. Anstatt mit Arbeitsplatzverlust oder Gehaltskürzungen zu drohen, wird dort vom Arbeitgeber ein Bonus für jede eingesparte AW (Zeiteinheit: 5 min) ausgezahlt. Das heißt: wenn man seine Arbeit gut und schnell erledigt, kann man noch einen Bonus dazu verdienen. Wenn man mal die vorgesehenen AW´s nicht schaffen sollte und länger braucht, muss man aber nichts befürchten. Das Bonus- System funktioniert nämlich nur in eine Richtung: nämlich nach oben. Es muss also niemand befürchten, weniger Gehalt zu bekommen. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Menschen dort viel hilfsbereiter sind als in Deutschland. Das habe ich überall festgestellt, sowohl im Betrieb, im Bus oder auf der Straße. Auf dem Heimweg vom Betrieb in meine Unterkunft habe ich erlebt, dass der Busfahrer auf eine Frau mit einem Kinderwagen, die etwas zu spät kam, gewartet hat, wie selbstverständlich ausgestiegen ist, nach hinten ging, der Frau beim Einsteigen half und auch dort  kassiert hat. Und das alles ohne auch nur einen grimmigen Ton. Da staunten meine deutschen Mit- Austausch- Partner und ich nicht schlecht, da wir so was in Deutschland noch nie gesehen hatten. Das  war  nur ein Beispiel von vielen, die ich in den 3 Wochen Norwegenaufenthalt erlebt habe.

Andersherum muss ich auch leider sagen, dass mein norwegischer Austauschpartner, der zwei Wochen in Deutschland war, nicht ganz so viele gute Erfahrungen gemacht hat. Er hat Deutschland als „ein ziemlich egoistisches Land“ erlebt. Hier „denkt jeder nur an sich“ und „beachtet die Mitmenschen nur sehr selten“. Das fiel mir allerdings bei meiner Rückkehr aus Norwegen auch auf. Eine Sache, die mir leider auch in Norwegen aufgefallen ist, war, dass ich von meinem norwegischen Austauschpartner bei meiner Ankunft gefragt wurde, ob man sich in  Deutschland immer noch wie vor 1945 mit „Heil Hitler“ begrüßt. Außerdem kann man in norwegischen Reisebüros Reisen nach Deutschland mit „Hitler Sightseeing“ buchen. Das fand ich schon sehr erschreckend. Meiner Meinung nach sollten wir Deutschen uns bemühen unser Image in Norwegen zu verbessern und deutlich machen, dass wir aus der  Vergangenheit gelernt haben. Abschließend kann ich nur jedem empfehlen so ein Angebot zum Schüler-/ Lehrlingsaustausch wahrzunehmen. Die Erfahrungen, die man dort machen kann, sind unbezahlbar.

Niklas Danowski: Lincoln College Azubi-Austausch: The English way of eduction

Obwohl recht kurzfristig „hereingerutscht“ bin ich sehr glücklich darüber, zu den Auszubildenden zu gehören, welchen das Privileg gegeben war, an diesem Pilotprojekt teilhaben zu dürfen.

Nicht nur die Einblicke in die Ausbildungsweise und in die Arbeitswelt der Engländer hätten diesen dreiwöchigen Austausch vollkommen legitimiert, sondern auch das Kennenlernen der interessanten englische Kultur und die Sehenswürdigkeiten in und um Lincoln herum, bringen mich rückblickend  auch noch heute, nach ca. einem halben Jahr, ins Schwärmen. Nach zweitägiger Eingewöhnungsphase konnten wir direkt mit dem Lernen und Arbeiten in den verschiedenen Betrieben beginnen. Und auch die, von einigen unserer mutigen Acht so gefürchteten, Verständigungsprobleme waren nach wenigen Tagen restlos ausgemerzt.

Ebenso freundlich wie wir in den Firmen empfangen und über die ganze Zeit betreut wurden, genauso liebevoll wurde unser Rahmenprogramm von den für uns zuständigen Betreuern des Lincoln College ausgewählt.

Neue Techniken wurden gelernt, neue Freundschaften geknüpft und das englische Sprachvermögen eines Jeden von uns verbesserte sich mit ungeahnten Sprüngen.

Aber leider ist Zeit relativ, und so kam es uns am Tage unseres Abflugs beinahe so vor, als wären wir am Vortag erst auf dem East-Midland-Airport gelandet.

Ich kann abschließend nur Jedem raten, der mit dem Gedanken spielt an solch einem Austausch teilzunehmen, dass er, wenn er sich ein wenig geübt in der Sprache des Landes ist, sich einen Ruck geben sollte diesen Wunsch zu verwirklichen.

Es ist eine Erfahrung, welche ich nicht missen möchte!

Expertenaustausch von Fachlehrern für Kfz-Technik aus dem Regierungsbezirk Münster mit Fachlehrern aus Galizien (Spanien)

Im März 207 fand auf Initiative des Berufskollegs Warendorf und unter Beteiligung der EU-Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung Münster ein Besuch von Fachlehrern für Kfz-Technik in Galizien statt. An diesem Expertenaustausch beteiligte sich auch das Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg. Ziel war es, vor Ort das Schul- und Ausbildungssystem kennen zu lernen, um daraus gemeinsame Projekte zur Förderung der Schülermobilität zu initiieren. Beim Besuch in Spanien konnten sich die Kollegen einen Überblick über die schulische und betriebliche Aus- und Weiterbildungssituation verschaffen und Möglichkeiten für gemeinsame Projekte mit spanischen Kollegen besprechen.

Der Gegenbesuch der spanischen Kollegen fand im September 2007 statt. Das Besuchs- und Informationsprogramm für die spanischen Kollegen führte sie auch zum Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, wo ein reger Austausch mit Unterstützung der spanisch sprechenden Kollegen stattfinden konnte.

Alle Beteiligten hoffen, dass sich aus diesen Kontakten bald weitere entwickeln können.

 

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